Patternbildung in gruenen Offsetfarben
Geschrieben: 26 April 2010 05:08 PM   [ Ignorieren ]
Neues Mitglied
Rank
Total Beiträge  2
Beigetreten  2010-04-26

Hallo,
wir haben hier das Problem, dass in gruenen Farben in Volltonflaechen ein Effekt auftaucht, der wie Patternbildung wirkt.
Das heisst, unter der Lupe sind regalmaessige Streifen in Druckrichtung sichtbar sind. In normaler Draufsicht wirkt das Druckbild leicht unruhig.
Es sieht aus, als waere mit traditionellen Feuchtwalzen gedruckt worden, die die Struktur ihres Bezuges abbilden.
Wir drucken mit einer Heidelberg SOMRZ mit Alcolor- Feuchtwerk. Was kann dies verursachen?
Mit Druckergruessen, Bernardo

Profil
 
 
Geschrieben: 27 April 2010 08:07 AM   [ Ignorieren ]   [ # 1 ]
Administrator
RankRank
Total Beiträge  31
Beigetreten  2006-07-24

Hallo Bernardo,
zur Analyse benötige ich noch zwei Informationen.
1. Um welchen Farbton handelt es sich?
Gerade im grünen Bereich ist der Farbton sehr wichtig.
Angabe nach Pantone genügt.
2. Um welches Papier handelt es sich?

Gruß.
Der Druckfarben DOC

Profil
 
 
Geschrieben: 27 April 2010 05:59 PM   [ Ignorieren ]   [ # 2 ]
Neues Mitglied
Rank
Total Beiträge  2
Beigetreten  2010-04-26

Richtig, es ist immer ein dunkles Gruen, P348 P341.
Es war ein matt gestrichener 300g Karton, trat aber auch bei anderen auf.
Gruss, Bernardo

Profil
 
 
Geschrieben: 28 April 2010 09:02 AM   [ Ignorieren ]   [ # 3 ]
Administrator
RankRank
Total Beiträge  31
Beigetreten  2006-07-24

Hallo Bernardo,
um das Phänomen zu erklären muss ich etwas ausholen.

Bei einer grünen Farbe ist eine optische Reaktion wesentlich stärker als z.B. bei einer
blauen oder gelben Farbe.
Die optische Darstellung einer Farbe wird durch die Stärke des Farbfilms beieinflusst.
Bei einer gelben Farbe ist z.B. bei unterschiedlichen Stärken des Farbfilms kaum eine
Veränderung des Farbtons festzustellen. Festzustellen ist meistens nur ein Verlust der Intensität.
Ebenso sieht man beim Cyan nur eine gringfügige Veränderung des Farbtons.

Bei einer grünen Farbe ist der Einfluss der Stärke des Farbfilms wesentlich extremer.
Die Natur (Frühling), gibt uns momentan reichlich Beispiele für die vielfältigen Varitationen
des grünen Farbbereiches.

Beim Offsetdruck emulgiert jede Farbe, je nach Fitness des Prozesses, mehr oder weniger.
Emulgation bedeutet auch eine Veränderung des Farbfilms. Dieses geschieht nicht gleichmässig
über eine Fläche, sondern je nach Oberflächenspannung des Feuchtmittels parziell.
Es handelt sich meistens nicht um eine Fehlerquelle sondern um eine grundsätzliche Begleiterscheinung
des Offsetdrucks. Natürlich werden die Effekte einer Emulgation durch die Fitness des Prozesses (Farbe/Wasser)und
der Maschine z.T wesentlich beinflusst.

Was kann man tun?
Eine theoretische Möglichkeit wäre eine Vollfläche ohne Wasser zu drucken.

Wenn das nicht geht bleibt nur noch der Farb- bzw. Wasserbereich.
Bei meinen Überlegungen gehe ich natürlich von einer gut gepflegten und korrekt eingestellten
Maschine aus. Ebenso ist eine gute Kondition der Walzen vorausgesetzt.

Da die Zusammenhänge im Feuchtmittelbereich nicht so easy sind, würde ich nur den Grundastz beachten:
“so wenig Wasser wie möglich” = Schmiergrenze + 2%.

Also müssen wir an die Farbe ran. Was nichts bring sind Zusätze die eine Farbe verdünnt, wie Drucköl oder Druckgelee.
Die Farbe sollte durch den Zusatz eines Farbstabilisators gegen die Einflüsse der Emulgation gestärkt werden.

Ich persönlich habe mit dem Stabilisator 585 von Epple gute Erfahrungen gemacht.
Es können bis 5% zugesetzt werden. Aber Achtung ein Stabilisator kann unter ungünstigen Umständen
die Farbtrocknung beinflussen. Selbstverständlich sollte jeder Farblieferant so einen Zusatz im Programm
haben. Der Zusatz sollte aber keinerlei Öle enthalten.

Soweit meine Meinung zu diesem Thema.

Es grüßt
Der Druckfarben DOC

Profil