Low Migration Inks
Geschrieben: 14 Dezember 2009 10:37 AM   [ Ignorieren ]
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Guten Tag,

ich versuche verzweifelt, eine Richtlinie zu finden zum Thema “migrationsarme Druckfarben”. Wer definiert eine von einem Druckfarbenhersteller in Verkehr gebrachte Druckfarbe als “low migration ink”? Welches Prozedere steckt dahinter? Welche Institutionen prüfen und bestätigen den Sachverhalt “migrationsarm”? Und zu guter letzt: Was kostet das??

Für Antworten jedweder Art wäre ich sehr dankbar!!

S.Paulus

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Geschrieben: 14 Dezember 2009 12:01 PM   [ Ignorieren ]   [ # 1 ]
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Hallo,
bevor ich tief in dieses Thema einsteige eine Adresse
wo schon vieles beantwortet bzw. angesprochen wird.

http://www.druckfarben-vdl.de/

Ich unterscheide in meiner Argumentation nach 2 Gesichtspunkten:
1. Welche Gesetze und Verordnungen muss ich als Produzent, im Sinne meines Auftraggebers beachten.

2. Was muss ich als Drucker beachten um in Abstimmung mit den Vorschriften eine Verkaufsfähige Verpackung zu produzieren.

Um eine höchstmögliche Rechtsicherheit im Umgang mit den Vorschriften zu bekommen ist es unabdingbar mit dem Auftraggeber
ein klare Definition über das Einsatzgebiet der Verpackung zu definieren.

Weitere Informationen gerne zu einem späteren Zeitpunkt, wenn konkrete Fragen formuliert werden können.

Gruß
Der Druckfarben DOC

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Geschrieben: 16 Dezember 2009 12:45 PM   [ Ignorieren ]   [ # 2 ]
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Vielen herzlichen Dank für die schnelle Antwort!!

Betrachtet man dieses Thema nun aus der Perspektive des Druckfarben-Herstellers, so gibt es also kein definiertes Prozedere, mit welchem man -losgelöst von der Endanwendung- zum Prädikat “ Unsere Farben sind migrationsarm” kommt. Oder kann der Druckfarben-Hersteller in eigener Regie etwas unternehmen, um das Recht zu haben, seine Produkte als “low migration” zu bezeichnen? Natürlich unter der Berücksichtigung der EUPIA-Auschlussliste.

Mit besten Grüssen,

Pauletec

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Geschrieben: 16 Dezember 2009 04:11 PM   [ Ignorieren ]   [ # 3 ]
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Hallo,
für sich alleine gesehen kann der Druckfarbenhersteller eine Farbe produzieren die nachweislich den Anforderungen der
Verordnung 1935/2004 EG, entspricht. Zum Nachweis ob eine Farbe Migrationsarm oder Migrationsunbedenklich ist
wird die Tenax®-Methode EN 14338, Richtlinie 82/711/EWG, eingesetzt.

Was jetzt folgt sind Zitate aus den Unterlagen der Fa. Epple Druckfarben AG:
Es wird unterschieden zwischen Geruchs-, Swelling- und Migrationsarmut einer Offsetdruckfarbe.
Die Geruchsarmut wird mittels eines Robinsontests oder gaschromatographische Analyse definiert.

Die Migrationsarmut wird durch Tenax®-Methode (EN 14338, Richtlinie 82/711/EWG) definiert.
Migrationsarme Farben ermöglichen den Druck von konformen Lebensmittelverpackungen gemäß 1935/2004 EG.

Die Farben die als nachweislich Migrationsunbedenklich gelten, können auch für Primärverpackungen eingesetzt werden.

Ende der Zitate aus den Unterlagen der EPPLE Druckfarben AG

Der guten Ordnung halber möchte ich daraufhin weisen, dass andere Hersteller von Druckfarben bestimmt auch umfangreiches
Informationsmaterial haben. dieses steht mir momentan leider nicht so umfangreich zur Verfügung.

An diesen z.T. sehr aufwendigen Vorgehensweisen und auch die gesetzliche Verpflichtungen sieht man wie sensibel
dieses Thema zu handhaben ist. Bei dieser Sensibilität spielt auch der Druckträger (Karton/Papier) eine entscheidene Rolle.
Was nutzt die nachweislich Migrationsarme Farbe, wenn in Verbindung mit dem eingesetzten Karton, neue chemische Verbindungen
entstehen und dadurch die angestrebte Migrationsarmut unterwandert wird. Daher muss auch das Endprodukt geprüft werden. Es können durchaus
im Zusammenspiel - Farbrezeptur/Feuchtwasser/Karton, Einflüsse auf die Migrationsunbedenklichkeit entstehen.

Wenn Sie sicher sein wollen ob die Farbe als Geruchsarm oder Migrationsunbedenklich definiert werden kann, fordern Sie vom Hersteller
eine “Lebensmittelrechtliche Bewertung der Migration aus Karton bedruckt mit ?????”, an.

Was trotz aller Nachweise nicht zu vernachlässigen ist, ist das Verarbeiten dieser Farben. Grundsätzlich sind Migrationsarme Farben max.
wegschlagend und niemals oxydativ trocknend. Daher ist eine Dispersionslackierung aller Druckarbeiten unbedingt erforderlich.

Man könnte dieses Thema noch unendlich ausbreiten. Das würde aber den Rahmen dieses Forums sprengen.
Für eingehendere Informationen ziehen Sie die Fachleute oder die Literatur Ihrer Lieferanten heran.

Gruß
der Druckfarben DOC

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