Öldrucklacke

  • Öldrucklacke sind vergleichbar mit klassischen, unpigmentierten Offsetdruckfarben.
  • Der offensichtliche Unterschied liegt in der Konsistenz. Der Öldrucklack ist wesentlich dünner.
  • Der Öldrucklack wird je nach gewünschtem Ergebnis mit oder ohne Feuchtung eingesetzt.
  • Die Verarbeitung erfolgt wie bei einer normalen Offsetdruckfarbe.

Verarbeitung:

Der Offsetdrucklack wird über das normale Farbwerk verarbeitet –entweder im letzten Druckwerk nass in nass oder als zusätzlicher Druckgang, nass auf trocken.
Das Aufbringen des Drucklackes kann über eine normale Offsetdruckplatte geschehen.

  • Wenn nur spezielle Bildelemente oder partielle Bereiche lackiert werden sollen, so spricht man von einer so genannten „Spotlackierung“. Für diese Art von Lackierung bleibt die Feuchtung in der Druckmaschine aktiv.
  • Wenn der komplette Druckbogen ohne definierte Bereiche lackiert wird, so kann man ohne Feuchtung drucken [„Trockenoffset“]. Um bei dieser Produktionsart eine Ablagerung von Drucklack auf dem Gegendruck und an den äußeren Rändern des Druckbogens zu vermeiden, wird die Unterlage unter dem Drucktuch dem zu lackierendem Papierformat rechts, links und in der Länge (Zylinderumfang) entsprechend gekürzt.
  • Der Vorteil beim Lackieren ohne Feuchtung ist, dass man mit einem geringen Lackauftrag schon eine sehr gute Wirkung erzielen kann.

Man unterscheidet in der Hauptsache zwischen glänzenden, seidenmatten und matten Lacken. Diese Sortenbezeichnung klassifiziert die optische Wirkung nach der Trocknung auf dem Druckträger (Papier). Darüber hinaus werden so genannte Schutzlacke mit speziellen Anforderungen wie z.B. geruchsarm – blisterfähig – Antirutsch usw. eingesetzt. Bei diesen Drucklacken sind die speziellen Eigenschaften höher einzustufen als die zu erzielenden optischen Effekte.


  • Einen Glanzdrucklack setzt man dann ein, wenn der Druck auf glänzendem Papier geschützt oder unterschiedliche Glanzeffekte zwischen dem Papier und dem Druck ausgeglichen werden sollen. Die meisten Glanzlacke können nass in nass oder nass auf trocken verarbeitet werden. Mittlerweile gibt es auch hochglänzende Öldrucklacke. Diese Lacke werden fast ausschließlich zur Spotlackierung eingesetzt. Einen optimalen Effekt erzielt man, wenn der Hochglanzlack nass auf trocken verarbeitet wird. Bei der Produktion nass in nass gehen durch das Eindringen des Lackes in die vorher gedruckte Farbe viele Glanzpunkte verloren.

  • Einen Mattdrucklack setzt man dann ein, wenn der Druck auf stark mattiertem Papier geschützt oder unterschiedliche Matteffekte zwischen dem Papier und dem Druck ausgeglichen werden sollen. Der Mattlack enthält so genannte Mattpasten. Diese Mattpasten (Wachse) erzielen je nach anteiliger Menge den gewünschten Matteffekt. Die Scheuerfestigkeit ist geringer als bei einem Glanzlack. Ebenso vergilbt der Mattlack, in Abhängigkeit vom eingesetzten Papier, relativ schnell. Druckprodukte, die mit einem Mattlack versehen werden, zeigen auch noch nach längerer Zeit eine relativ hohe Sensibilität gegen Kratzer. Die Fingernagelprobe ergibt in den meisten Fällen einen glänzenden Strich auf dem Druckobjekt. Wenn dieses eintritt, spricht man von einem so genannten „Matt-Glanzeffekt“. Der Effekt wird erzielt, indem der Fingernagel das matte Wachs zerstört und dieser Kratzer dann etwas mehr glänzt als das unversehrte Umfeld. Noch vor nicht langer Zeit herrschte im Druckereiwesen die Meinung vor, dass auf ein mattes Papier auch ein matter Drucklack zum Schutz genommen werden müsse. Mittlerweile geht man aus den zuvor erwähnten Gründen immer mehr dazu über, semimatte Öldrucklacke zum Schutz der Farbflächen auf den matten Papieren einzusetzen.

  • Die Seidenmattlacke sind in der Regel eine fein abgewogene Mischung zwischen einem Glanz- und einem Mattdrucklack. Sie sind wesentlich vergilbungsärmer und haben auch eine höhere Scheuerfestigkeit als Mattdrucklacke. Seidenmattlacke werden fast ausschließlich zum Schutz von Druckobjekten eingesetzt. Der Einsatz als Spotlackierung bringt kaum eine optische Wirkung, da sie nur geringe Glanz- oder Matteffekte erzeugen.

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