Effektlacke

  • Der Drip-off-Effekt kann auf jeder konventionellen Offsetdruckmaschine mit einem zusätzlichen Lackmodul erzielt werden. Mit einem speziell abgestimmten System eines Primers, auf der Basis eines matten Öldrucklacks und einem wässrigen Hochglanzlack, wird dieser Effekt erzielt. Der pastöse Primer wird über das konventionelle Farbwerk partiell aufgedruckt. Der wässrige Dispersionslack wird über das Lackmodul vollflächig aufgetragen und durch den Abstoßeffekt des Primers wird der Matt-Glanzeffekt erzielt. Wichtig für eine optimale Wirkung ist das Schöpfvolumen der eingesetzten Rasterwalze. Durch die spezielle Oberfläche und den Kontrast zwischen den matten und glänzenden Oberflächen entstehen sehr interessante Effekte.

  • Der Perlglanzeffekt ist mit allen Druckverfahren erreichbar. Je höher die Schichtdicke des Farbauftrages ist, desto größer ist der optische Effekt. Für den konventionellen Offsetdruck wird ein pastöser oder wässriger Drucklack mit den speziellen blättchenförmigen Pigmenten vermischt. Wenn der Perlglanzeffekt durch eine so genannte „Spotlackierung“ im normalen Farbwerk mit Öldrucklack und angestelltem Feuchtwerk erzielt werden soll, so empfiehlt es sich, über 2 Werke zu fahren. Bei dem Einsatz auf einem Werk ist der Effekt durch die geringe Schichtdicke meistens nicht zufrieden stellend für den Kunden. Die Übertragungseigenschaft des eingesetzten Drucktuchs ist sehr entscheidend für den zu erzielenden Effekt. Dieses gilt generell für alle Lacke. Sehr große Erfahrung und eine riesige Auswahl an Perlglanzpigmenten bietet die Firma MERCK mit der Iriodin®-Farbpalette. Jede Druckfarbenfabrik und jeder Produzent von Dispersionslacken ist in der Lage, die Pigmente in einen Lack einzuarbeiten.

  • Gewisse Metalleffekte können durch den Einsatz von Gold- und Silberdruckfarben erzielt werden. Da diese Farben aber alle deckend sind, werden vorher erzielte Effekte eliminiert oder vermindert. Daher empfiehlt es sich, wässrigen oder lösungsmittelhaltigen Lack mit Metallpigmenten einzusetzen. Wie alle Dispersionslacke können diese nur in einem Lackmodul verarbeitet werden. Für die Metalleffekte über Lack gelten die meisten Hinweise wie für die Perlglanzeffekte.
    Ganz besondere Metalleffekte können durch die MFX®-Technologie aus dem Hause ECKART erzielt werden, (nähere Informationen finden Sie im Bereich Farbsysteme).
  • Immer stärker verlangt werden Duftstoffe, die die optische Produktdarstellung durch den typischen Geruch unterstützen. Dafür werden so genannte Duftlacke eingesetzt. Duftlacke basieren auf der normalen Basis von Dispersions- oder Öldrucklacken. In diese Lacke werden von den Farb- oder Lackherstellern mikroverkapselte Duftöle eingearbeitet. Diese Duftstoffe werden dann auf dem bedruckten Papier durch Reibung oder Anpressdruck freigesetzt. Für eine optimale Verarbeitung empfiehlt es sich, die seitliche Verreibung auf das akzeptable Minimum einzustellen. Alle Prozesse oder Maschinen, die einen hohen Anpressdruck erzeugen wie z.B. Druckbeistellung, Schneide- oder Falzmaschine, zerstören die Duftkapseln und damit die spätere Geruchsintensität. Eine Verarbeitung im Nass-in-Nass-Druck ist nicht empfehlenswert. Durch den Einsatz von Duftstoff-Lacken wird ein leichter Matteffekt erzielt. Um einen optimalen Duft zu erzielen, muss eine Lackauftragsmenge von 2 g/qm bei gestrichenen Papieren und eine entsprechende höhere Menge bei ungestrichenen Papieren aufgetragen werden. Wenn über ein Lackmodul aufgetragen wird, so ist leicht eine Menge von bis zu 10 g/qm zu erzielen. Es gibt ca. 100 verschiedene Duftöle. Diese unterteilen sich in Pflanzendüfte  Lebensmitteldüfte - Gewürzdüfte - frischen Düften - Holzdüfte - Weihnachtsdüfte - Obstdüfte und sonstigen Duftvarianten wie Pferdestall, Tankstelle usw.

  • In jüngster Zeit kommen vermehrt Lacke auf den Markt, die nach dem Trocknen eine leichte optische und fühlbare Struktur erzeugen. Diese Struktur fühlt sich an wie eine angenehm samtige Oberfläche. Bei diesen Lacken handelt es sich ausschließlich um Dispersionslacke, die durch den Vordruck eines Primers und die Beimischung von unterschiedlichen Korngrößen der Mattanteile nach dem Trocknen den Effekt mehr oder weniger erzielen.

  • Sicherheitslacke bzw. -farben zeichnen sich durch eine bestimmte spektrale Empfindlichkeit aus. Je nach Lichtquelle erscheinen die aufgedruckten Lacke in einer unterschiedlichen Färbung. Für nähere Details fragen Sie bitte bei Ihrem Farbenhersteller nach.

Es zeigt sich immer mehr, dass mit der Verbreitung der UV- und Hybriddrucktechnik im Offsetdruck eine starke Zunahme der Kreativität bei der Veredelung eingetreten ist. Leider muss man auch feststellen, dass doch hin und wieder versucht wird, mit der klassischen Offsettechnik ohne Lackmodul oder Ähnliches diese Ergebnisse zu simulieren und dadurch günstiger anzubieten. Trotz vielfältiger Versuche kommt man im klassischen Offsetdruck nicht annähernd an die Ergebnisse der Spezialisten heran. Es ist zu empfehlen, die eigene Technik mit der Hilfe von kompetenten Herstellern so auszureizen, dass ein definiertes und auch reproduzierbares Angebot von Veredlungstechniken erzielt werden kann. Darüber hinausgehende Forderungen von Kunden kann man dann durch externe Ressourcen abdecken.

 

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